Probeeinheit2018-01-08T13:04:32+00:00

Tag 12 – Jagd nach deinem Herzen
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Scham

Am Anfang der Bibel stellt Gott den Menschen in den Garten Eden und gibt ihnen den Auftrag, den Garten zu bebauen und zu bewahren. (1. Mose 2,15) Der Garten ist auch der Ort, wo Gott Gemeinschaft mit Adam und Eva hat. Er kommt täglich in den Garten, um bei ihnen zu sein. Sie sind nackt und schämen sich nicht. Dann passiert es, dass die beiden von dem Baum essen, von dem es Gott gesagt hatte, es nicht zu tun. Adam und Eva essen von der verbotenen Frucht und erkennen, dass sie nackt sind. Als Gott danach in den Garten kommt, verstecken sie sich. Als er Adam ruft, haben sie Angst. Sie schämen sich.

Scham. Scham ist eine der Strategien des Feindes, um uns zu überzeugen, dass wir mit Gott nicht mehr entspannt in Beziehung leben können. Scham ist wie ein Gefängnis. Gott wusste, was mit Adam und Eva geschehen war. Es ist nicht so, dass er einmal kurz nicht aufgepasst hat und dann geschockt im Garten steht und mit der Situation überfordert ist. Aber: Was passiert ist, hat immense Auswirkungen auf das Herz der beiden Menschen, und auf die Beziehung. Von diesem Moment an steht die Scham sofort wie eine Mauer da, hinter der wir uns vor Gott verstecken, wenn wir gesündigt haben. Ich habe das selbst erlebt. Meine Scham hat mich sehr lange davon abgehalten, meine Zerbrochenheit zu Gott zu bringen. Ich konnte ihm im Gebet oft nicht in die Augen schauen. Am liebsten wollte ich mich verstecken, diesen Teil meines Herzens, der sich so dreckig und fehl am Platz anfühlte, von mir abschneiden und irgendwo im tiefsten Meer versenken, so tun, als gehöre er nicht zu mir. Keiner, absolut keiner durfte davon erfahren, dass ich regelmäßig Pornofilme anschaute und mich selbst befriedigte. Ich verbarg diesen Teil von mir, der mir selbst so unangenehm war, vor Blicken und Meinungen vor außen. Wie Adam und Eva merkte ich, dass etwas nicht richtig in Ordnung war, dass es etwas gab, was meine Beziehung störte: zu anderen Menschen aber auch zu Gott. Ich war mir selbst unangenehm, war unruhig. Die Scham hat mir eingeredet, dass ich zuerst alles wieder allein auf die Reihe bekommen musste, bevor ich mich in Gottes Gegenwart wagen dürfte. Ich dachte, Jesu Augen würden mich voller Enttäuschung anschauen, wenn ich zu ihm kommen würde. Das könnte ich nicht ertragen. Meine Scham war wie ein Gefängnis der Lüge, dass Gott erst etwas mit mir zu tun haben wollte, wenn ich diesen schmutzigen Teil von mir selbst in den Griff bekommen hätte. Und, dass ich Gottes Erwartungen nicht entsprochen hatte.

Aber Gott ist ganz anders. Er zieht sich nicht zurück, wenn wir ihm ungehorsam sind. In der Geschichte mit Adam und Eva kommt Gott trotzdem wie gewohnt in den Garten und ruft nach Adam. Er ruft ihn, er möchte Gemeinschaft mit ihm haben. Er will nicht, dass Scham zwischen ihnen steht. Er ruft ihn bei seinem Namen. Er lässt die beiden nicht in ihrer Scham zurück, sondern er antwortet mit Begegnung. Das war bei der allersten Sünde im Garten Eden so, und das ist heute bei meiner und bei deiner Sünde immer noch genau so. Die Lüge sagt: Du musst dich schämen und kannst dich Gott nicht mehr unverhüllt ehrlich zeigen, versteck dich! Die Wahrheit – Gott selbst – ruft dich bei deinem Namen und sucht nach dir: Wo bist du? Komm hervor, ich will dich in meiner Gegenwart haben, ich will dir immer noch begegnen! Gott zieht sich nicht von dir zurück. Seine Liebe zu dir war schon da, bevor du überhaupt geboren wurdest. Erinnere dich an Psalm 139: Sein Geist ist überall, seine Augen sahen dich, als du noch nicht geboren warst, und er kennt alle deine Tage, kennst dich bis ins kleinste Detail. DAS ist Seine Liebe:

„Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben.“ (Römer 5,6)

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